Freier Schaukampf

Welche Rüstungen und Waffen kamen im MIttelalter zum Einsatz? Wie lebten die Menschen in dieser über 1000 Jahre währenden Zeit? Auf diese Fragen gibt die Freie Ritterschaft zu Bayern anschauliche und unterhaltsame Antworten. Im Zentrum steht dabei der freie Schaukampf.

SchwertkampfWir zeigen keine geprobte Choreographie, sondern kämpfen frei nach festen Regeln. Wie im echten Leben steht der Sieger erst am Ende fest. Selbstverständlich sind die Waffen aus Stahl und den historischen Vorbildern so gut als möglich nachempfunden. Und wenn auch scharf geschliffene Schwerter bei uns nichts zu suchen haben - die Rüstungen aus Kettengeflecht, Stahl und Leder sind nicht nur Dekoration, sondern notwendige Schutzkleidung. Spannende Kämpfe Mann gegen Mann sind den Zuschauern garantiert!

Das Schwert

Unsere wichtigste Waffe ist das Schwert. Dabei nutzen wir die ganze Palette der Schwertarten des Mittelalters: Angefangen beim langen Schwert - oft auch als Eineinhalbhänder bezeichnet - über das einhändig geführte Schwert bis hin zum großen Bidenhänder. Daneben kommen orientalische Säbel, Falchions, Wikingerschwerter und Dolche zum Einsatz.

Unser Kampfstil ist dabei an die Bedürfnisse der Zuschauer und an unsere Sicherheit angepasst: Der historische Schwertkampf war von Stichen in das Gesicht und harten Schlägen geprägt. Dass die europäischen Schwerter des Mittelalters schwere, stumpfe Prügel waren, darf getrost zu den Legenden gezählt werden - immerhin beweisen zahlreiche Knochenfunde, dass die Waffen dieser Zeit problemlos einen Schädel sauber durchschneiden konnten. (Die Abbildung zeigt einen Grabfund aus Naturns in Südtirol.)Schwertverletzung

Ein Waffengang war - folgt man den überlieferten Fechtbüchern - in der Regel nach wenigen Aktionen mit dem Tod oder durch schwerste Verletzungen eines Kämpfers beendet. Derart kurze Kämpfe sind für das Publikum nicht unterhaltsam. Und aus Gründen der Sicherheit sind Stiche oder harte Schläge bei uns absolut tabu. Wir begnügen uns mit abgebremsten Hieben auf bestimmte Trefferzonen.

Trefferzonen

Hiebe sollten nur auf Körperbereiche gehen, die durch unser Rüstzeug geschützt sind: Oberkörper, Arme, Oberschenkel. Der Kopf ist ausdrücklich keine Trefferzone - dennoch ist ein Kopfschutz unverzichtbar. Auch Schläge auf Gelenke sollten vermieden werden.

Und liebe Kinder: Macht das, was Ihr bei uns und anderen Gruppen auf den Mittelaltermärkten steht, nicht nach. Auch nicht mit Holzschwertern - sogar die können ziemlich weh tun. Wir trainieren regelmäßig, um uns nicht zu verletzen.